Waltraud Weiß



Waltraud Weiß

Vita Internet Leseprobe


geboren am 7. Mai 1939 in Leverkusen, verheiratet, wohnhaft in Köln. 39 Jahre als Sekretärin tätig. 1991 Gründung des "wort und mensch-Verlages", 1993/94 Studium am Funkkolleg Literarische Moderne; Gründungsmitglied der "Else Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V.,Wuppertal. Mitglied der Literarischen Gesellschaft Köln, Seit 2002 Leiterin de Literaturkurses "Literatur-pur" in Leverkusen. Autorin zahlreicher Bücher - Lyrik und Prosa, viele Beiträge in Anthologien, Kalendern, Zeitungen, Zeitschriften, Interviews im Radio und Fernsehen. Lesungen u.a. im "Senftöpfchen-Theater" in Köln, im Schloß Morsbroich in Leverkusen. Aktive Teilnehmerin am "Kölner Bücherherbst"
Mitglied von C.A.T.S Deutschland (Kinder-Allianz für Tradition und Soziales Engagement - besonders für Kinder in Ägypten), Referentin der KFD (Katholische Frauen Deutschlands)

Waltraud Weiß erhielt zum Welthospiztag 2000 in Köln eine Dankesurkunde der Hospiz-Arbeitsgemeinschaft Köln für
"Ihre wundervollen Gedichte, durch die wir die
Öffentlichkeit im Sinne unserer Arbeit intensiver erreichen"




Wort und Mensch Verlag



Maria Magdalena oder Salome?

Marias Brust
schimmert blutrot
aus der Höhe des Dekagons *)
und regt mich an

oder
ist es Salome
die sich den Kopf des Johannaan
ertanzt
und Staunen in mir
wachruft

Wie schön sie ist!
Wie viel Frau ist sie!
Wie viel bewegt sie
setzt sie in Erstaunen
mit dem
was ihr die Schöpfung schenkte

Lust
          Leib
                    Liebe
und das
                              Können
damit umzugehen ...

Ich hebe den Kopf
gerne
in diese Höhe
und lasse mich
inspirieren

und dann tanze ich
mit Salome
und dann liebe ich
mit Maria Magdalena
und dann freue ich
mich
Schwester dieser Frauen zu sein:

Männer zu wählen
und nicht gewählt zu werden
Männer zu lieben
Aber
ihren Kopf brauche ich
nur
in meinem Schoß.

21. Nov. 2001
Waltraud Weiß

*) Fenster in der oberen Conche in St. Gereon rechts Mitte

Leseprobe II.
Endlich enthüllt!

Wie schön Du bist.
Endlich
schaust du mich an.
Endlich
siehst du
ohne Scheuklappen
und dein Lachen
entzückt mich
mit dem gehobenen Zeigefinger:
Achtung!

Willkommen afghanische Frau
erst einmal in meinem Blick
voller Achtung
Wenn ich in deinem Blick erscheine
dann weißt du auch
um meine Schwesterlichkeit
und meine Hochachtung

Ich freue mich
für dich
und ich freue
mich
über unseren Blickwechsel
beiderseitig offen
enthüllt

29./30. Dez. 2001
Waltraud Weiß

(Bild in Moderne Zeiten von heute)

Leseprobe III.
Worte

Worte, Worte, Worte -
wie spitze Sandkörner dringen sie
in meine Haut,
ritzen auf.
Schutzlos bin ich
dem Wortsturm ausgesetzt.

Worte, Worte, Worte -
sie dringen durch meine Kleider
und reiben meine Haut;
willenlose Gewalten
bahnen sich Wege ins Innere,
übertrumpfen die Stimme.

Worte, Worte, Worte -
drängen wie Naturgewalten
in das Ohr meiner Sinne;
diese vernebeln sich
und weinen vor Erschöpfung.

Und meine
Worte, Worte, Worte? -


1. Mai 1999
Waltraud Weiß

Leseprobe IV.
Menschen

regen mich an,
die Guten ABER auch
die Bösen.
Die einen helfen mir
Zu erkennen
Die anderen zu glauben!

W.W.

10. 9. 2002